Circumcision – Beschneidung / Zirkumzision

Was bedeutet Beschneidung? (engl. Circumcision)

Unter der Beschneidung (auch als Zirkumzision bezeichnet; auf Englisch Circumcision) von männlichen Kindern und Erwachsenen versteht man das teilweise oder vollständige Entfernen der Vorhaut des Penis. Der kleine Eingriff kann sowohl medizinische als auch hygienische oder religiöse Gründe haben und wird sehr häufig schon im Kindesalter durchgeführt. Geschätzt sind zwischen fünfundzwanzig und dreißig Prozent aller Männer weltweit beschnitten. Es gibt in einigen Kulturen auch eine Beschneidung der Genitalien bei Mädchen und Frauen, die allerdings in Europa strafrechtlich verboten ist und von vielen Menschenrechtsorganisationen als grausame Verstümmlung gebrandmarkt und bekämpft wird, und die in diesem Zusammenhang nicht näher erörtert werden soll.

Was ist die Aufgabe der Vorhaut?

Die Vorhaut ist eine verschiebbare leicht faltige Hautschicht, die die empfindliche Eichel schützt, sie geschmeidig und feucht hält. Auf der Unterseite des Penis hat sie eine Naht und daran anschließend das sogenanntes Vorhautbändchen (Frenulum), dass sie in Position hält. Bei einer Erektion und beim Geschlechtsverkehr dehnt sich die Vorhaut aus. Sie ist mit vielen Nervenrezeptoren und Tastkörperchen ausgestattet, die sie bei Berührung sexuell sehr stark erregbar macht und an der Versteifung des Penis sowie dem Erhalt der Erektion mit beteiligt ist.

Allerdings kann die Vorhaut auch Probleme bereiten. So leiden manche Männer oder auch schon kleine Jungen manchmal ein einer Vorhautverengung (Phimose). Dabei ist die Öffnung so eng, dass sich die Vorhaut kaum und nur unter Schmerzen zurückziehen lässt. Daraus folgen Störungen und Schmerzen beim Wasserlassen, beim Geschlechtsverkehr, Entzündungen und Vernarbungen, die unbedingt ärztlich behandelt werden müssen. Außerdem kann es vorkommen, dass das Vorhautbändchen zu kurz ist und das Zurückziehen der Vorhaut erschwert. Entzündungen, Vernarbungen und eine Verklebung der Vorhaut können auch durch mangelnde Hygiene oder aber übertriebene Hygiene verursacht werden. Bei schweren Störungen kann es deshalb notwendig werden, die Vorhaut aus medizinischen Gründen zu beschneiden bzw. eine Circumcision durchzuführen.

Die Beschneidung aus religiösen und kulturellen Gründen

Bei den allermeisten Muslimen und Juden wird die Beschneidung von Jungen und Männern aus religiösen Gründen durchgeführt. Sie geht auf uralte Bräuche und Riten zurück und ist eines der wichtigsten Zeichen der Zugehörigkeit zu der betreffenden Religion. Immer wieder streiten Befürworter und Gegner der Circumcision darüber, ob sie sinnvoll oder nicht, gesundheitsschädlich oder gesundheitsfördernd ist. Dieser Streit ist aber im Grunde sinnlos, wie alle Streitigkeiten über Religion und deshalb sollte die Beschneidung als ganz persönliche Entscheidung akzeptiert werden. Es gibt aber auch Angehörige anderer Religionen und auch atheistische Männer, die beschnitten sind. So ist das zum Beispiel bei jedem zweiten US-Amerikaner der Fall, obwohl nur 3 Prozent von ihnen gläubige Muslime und Juden sind. Eine Beschneidung aus nicht medizinischen und nicht religiösen Gründen wird meist aus hygienischen Gründen durchgeführt, Auch die Furcht vor Krankheiten (vor allem Geschlechtskrankheiten und HIV) ist ein Grund. Tatsächlich leiden beschnittene Männer auch weniger an häufig an Harnwegsinfektionen und Entzündungen. Darüber hinaus gilt sie zum Beispiel bei sehr konservativen Christen auch als Mittel gegen die Lust am Onanieren.

Wie wirkt sich die Beschneidung auf die männliche Sexualität aus?

Allgemein ist davon auszugehen, dass bei Männern, die beschnitten sind, der Penis etwas weniger berührungsempfindlich und erregbar ist, als bei unbeschnittenen Männern. Das kommt daher, dass viele Erregungsrezeptoren in der Vorhaut liegen. Zusätzlich scheint die Eichel weniger sensibel zu werden, wenn sie ständig mit der Bekleidung in Berührung kommt, sich am Stoff der Unterwäsche reibt. Auf der anderen Seite kommt es durch die fehlende bzw. gekürzte Vorhaut dazu, dass der Samenerguss oft länger zurückgehalten werden kann. Das sich die fehlende Vorhaut des Penis negativ auf das vaginale Empfinden der Partnerin auswirkt, lässt sich nicht beweisen, ebenso wenig, dass bei manchen sexuellen Praktiken die fehlende Vorhaut die Lust mindert. Vielmehr zögert sie sie möglicherweise nur etwas hinaus.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einem beschnittenen Penis und einer eventuellen Erektions- oder Potenzstörung nicht gegeben ist.

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